Site logo

KLOSTER VISITATION


Fördern und Bewahren
  • Stacks Image 404

    Caption Text

    Link
  • Stacks Image 405

    Caption Text

    Link
  • Stacks Image 408

    Caption Text

    Link

OFFENE KLOSTERPFORTEN

Fast 370 Jahre sind vergangen, seit die ersten Visitations-Schwestern in Solothurn einzogen und als eine streng klausulierte Gemeinschaft einlebte. Nun öffnet die Schwesterngemeinschaft die Pforte und bietet Klosterführungen an.
Vor zwanzig Jahren lebten in Solothurn eine stattliche Anzahl Klostergemeinschaften. Obschon noch verschiedene Ordens- und Glaubensgemeinschaften wirken – von den Spitalschwestern bis zum Seraphischen Liebeswerk – finden sich kontemplativ lebende Ordensleute nur noch in den beiden Frauenklöstern Visitation (Salesianerinnen) und im Namen Jesu (Kapuzinerinnen).
Deren Schwestern werden immer älter und weniger zahlreich. Seit längerem haben sich die Schwestern im Kloster Visitation gemeinsam mit einer Gruppe kirchlich orientierten Gläubigen Gedanken über den Fortbestand des Klosters gemacht. Mit Menschen, die mit dem Kloster und den Schwestern verbunden sind und eine ähnliche Situation wie im ehemaligen Kapuzinerkloster Solothurn verhindern möchten. Mit ein Grund, dass im Januar 2010 der Förderverein Kloster Visitation Solothurn gegründet wurde. Dessen oberstes Ziel ist, das spirituelle und kulturelle Erbe zu erhalten, sowie die Schwestern ideell und materiell zu unterstützen. Genährt aus dem Bewusstsein, dass Hilfe von aussen, das Verankern in der Gesellschaft, sowie gegenseitiges Geben und Nehmen mithelfen, den Hort klösterlicher Stille und Besinnung zu bewahren.
Heute entscheiden sich nur noch wenige junge Frauen für ein Leben im Kloster. Seit 1970 sind auch im Kloster Visitation in Solothurn die Ordensberufe zurückgegangen, die Anzahl der Ordensfrauen geschrumpft und selbst die jüngsten Schwestern sind alt geworden. 1990 zählte der einst vierzig Mitglieder starke Konvent immerhin noch 23 Schwestern. 2010 lebten noch acht Visitations-Schwestern in Solothurn, heute sind es noch zwei. Seit 2003 teilen sie den Klosteralltag mit indischen Schwestern. Frau Mutter Schwester Marie-Dominique: «Wir haben einen neuen Weg gewählt und leben mit jungen Schwestern aus Indien zusammen. Sie sind der gleichen salesianischen Spiritualität verbunden und helfen uns, diese Tradition weiterzutragen.»

SCHWESTERN-NACHWUCHS AUS INDIEN

So ungewöhnlich die Konstellation auf den ersten Blick erscheinen mag, so fortschrittlich waren auch die Ideen ihrer Ordensgründer, des hl. Franz von Sales und der hl. Johanna Franziska von Chantal. Er wollte ein Klosterleben ohne Klausur, ohne körperliche Bussübungen und ohne eine Unzahl von mündlichen Gebeten etablieren – dafür aber mit einer tiefen Gottverbundenheit. Ein Projekt, welches auf grosses Interesse stiess, sich aber kirchenrechtlich nur in einem klausurierten, kontemplativen Frauenorden verwirklichen liess. Sein Vorhaben überzeugte auch Johanna Franziska von Chantal. Als die Mutter von vier Kindern ihren Mann verlor, schloss sie sich dem Bischof von Genf an. Gemeinsam gründeten sie den «Ordre de la Visitation Sainte Marie». Neu war, dass nicht nur ledige Töchter, sondern auch verwitwete und ältere Frauen aufgenommen wurden. Franz von Sales wollte zudem, dass Frauen jeden Alters und Standes eine zeitlang in der Gemeinschaft mitleben durften, um ihren Glauben zu erneuern oder zu vertiefen. Damit nahm er die Idee vorweg, die wir heute als «Kloster auf Zeit» kennen.
Im Kloster Visitation leben mit den älteren Visitations-Schwestern auch die Gruppe junger indischer Schwestern mit salesianischer Spiritualität. Die Schwestern möchten dereinst in Solothurn bleiben und mithelfen, dass das Kloster immer mehr ein Zentrum für die welt- und menschenfreundliche Spiritualität des heiligen Franz von Sales wird. Die «Schweizer Sisters» des von Pater Antony Kolencherry gegründeten salesianischen Ordens der «Sisters of Sacred Science» fühlen sich hier bereits heimisch. Der Förderverein unterstützt ihre Integration und arbeitet eng mit den Schwestern und Pater Antony zusammen.
© 2014-2015 KLOSTER VISITATION // alle Rechte vorbehalten // ➜ Kontakt